Kraftvoll dranbleiben

Wir kämpfen für faire Arbeit, demokratische Mitbestimmung und soziale Gerechtigkeit weltweit. In über 60 Projekten auf vier Kontinenten setzen wir Solidarität in die Tat um. Im Auftrag unserer Spenderinnen und Spender beseitigen wir auf weitsichtige und unerschrockene Weise Missstände und eröffnen benachteiligten Menschen neue Perspektiven und Möglichkeiten.
Finden Sie hier unsere Highlights aus 2019 oder sehen Sie sich Jahresbericht und Finanzbericht als PDF an.

MEIN 2019

«Um die Situation der ArbeitsmigrantInnen auf den Palmölplantagen von Sabah zu verbessern, haben wir partizipative Forschung mit Organisierung an der Basis verbunden. So konnten wir einerseits die konkreten Probleme der ArbeiterInnen und ihrer Familien identifizieren und andererseits die Lieferketten aufdecken, die auf deren Ausbeutung beruhen. Mit einer starken Kampagne informierten wir die Öffentlichkeit über die Missstände und betrieben Lobbying bei Abnehmern des Palmöls wie zum Beispiel Nestlé. Ausserdem haben wir ein tragfähiges Netz von Basisorganisationen aufgebaut, das für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Palmöl-Sektor kämpft.» Sanjiv Pandita, Koordinator Asienprogramm

Weitere Statements von Solidar-Mitarbeitenden finden Sie hier.

 

Nicaraguanische KleinbäuerInnen produzieren für den Weltmarkt

In Waslala haben arme KleinbäuerInnen die Produktion ihres Kakaos auf Exportqualität gesteigert. Sie verkaufen ihn nun an einen der grössten Schokoladenhersteller der Welt. Eine Erfolgsgeschichte.

«Zum ersten Mal haben wir die Sicherheit, dass wir unsern Kakao zu einem angemessenen Preis verkaufen können», freut sich Elba Soza. Wie die meisten KleinbäuerInnen in Waslala, einer abgelegenen Gemeinde im gebirgigen, armen Norden Nicaraguas, konnte sie früher ihren Kakao kaum lohnend verkaufen.

Aufbau der Exportproduktion

Das hat sich geändert, seit die lokale Solidar-Partnerorganisation «Verein der Mütter und Angehörigen von Kriegsopfern» die KleinproduzentInnen mit Beratung und Weiterbildung unterstützt und für den Vertrieb einen der weltgrössten Schokoladeproduzenten an Bord geholt hat. «Dank der Unterstützung von Solidar Suisse konnten wir den KleinbäuerInnen bei den Anfangsinvestitionen helfen», erzählt Präsidentin Nelly Granados. «Jetzt bringen sie ihre Produkte auf den Markt, zu dem die meisten vorher keinen Zugang hatten.»

Grosskonzern als fester Abnehmer

Seit 2018 liefern 225 Familien ihren Kakao an den deutschen Schokoladenhersteller Ritter Sport. Die anfängliche Menge von 16 Tonnen wurde letztes Jahr mit 30 Tonnen fast verdoppelt. «Wir kaufen Kakao vom Verein in Waslala, weil wir gute Qualität bekommen und grosses Potenzial sehen», meint Ritter-Sport-Agraringenieurin Elizabeth Rizo. Die zusammengeschlossenen KleinbäuerInnen haben nun an neuralgischen Punkten kleine Lagerhäuser angelegt, sie produzieren organische Düngemittel und haben eine einfache Trocknungshalle gebaut. Sie sind stolz, dass ihr Kakao internationale Qualitätsstandards erfüllt und die ersten 125 ProduzentInnen Ende 2019 das UTZ-Gütesiegel für nachhaltigen Anbau erhalten haben.

Solidar packt das heisse Eisen Kinderarbeit an

Kinderarbeit ist eine traurige Realität auf den Baumwollfeldern Burkina Fasos. Eine Studie von Solidar Suisse zeigt, dass hier 250’000 Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren arbeiten: Von früh bis spät, unter gefährlichen und gesundheitsschädigenden Bedingungen gehen sie zur Arbeit statt in die Schule. Auch die Schweizer Baumwollhändler Reinhart AG und Louis Dreyfus SA profitieren indirekt davon, denn die Baumwolle aus Burkina Faso ist qualitativ hochwertig und günstig.

Erfolgreiche Kampagne
Um diesen Missstand zu bekämpfen, lancierte Solidar Suisse im Januar eine Kampagne. Wir forderten die beiden Baumwollhändler mit einer Petition auf, Sorgfaltspflicht-Prüfungen durchzuführen und ihren Einfluss in der Lieferkette zu nutzen, um die Kinderarbeit bei der Produktion der gehandelten Baumwolle zu stoppen. Die Kampagne war ein voller Erfolg: Über 7000 Personen unterschrieben die Petition und diverse Medien berichteten. Die Baumwollhändler zeigten sich zu Gesprächen mit uns bereit. Resultat: Die Louis Dreyfus SA erklärte in ihrem Nachhaltigkeitsbericht, den Fokus beim Thema Kinderarbeit künftig auf Burkina Faso zu legen.

Alle Beteiligten involvieren
Das Ziel unserer Kampagne war, die Bedingungen in der burkinischen Baumwollproduktion zu verbessern. Deshalb sensibilisierten wir die Eltern darauf, wie wichtig die Schule und wie gefährlich Pestizide für ihre Kinder sind. Unsere vielschichtige Arbeit überzeugte die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit: Sie beauftragte uns mit einem Projekt gegen gefährliche Kinderarbeit und die Armut der KleinbäuerInnen. Wir informieren zur korrekten Anwendung von Pestiziden und der Herstellung von organischem Kompost als Alternative. Zudem helfen wir Frauen, sich ein Zusatzeinkommen zu schaffen. So erreichen wir 3510 BaumwollproduzentInnen und ihre Familien sowie 1620 Kinder direkt in der Schule und sensibilisieren 20’000 Menschen über Radiosendungen. Die Erfahrung zeigt, dass Veränderungen möglich werden, wenn alle Beteiligten – Eltern, Bauernvereinigung, Baumwollfirmen, der Staat, die Händler – die Abschaffung prekärer Formen von Kinderarbeit gemeinsam angehen.

 

Share buttons Header Image