Kraftvoll dranbleiben

Wir kämpfen für faire Arbeit, demokratische Mitbestimmung und soziale Gerechtigkeit weltweit. In über 60 Projekten auf vier Kontinenten setzen wir Solidarität in die Tat um. Im Auftrag unserer Spenderinnen und Spender beseitigen wir auf weitsichtige und unerschrockene Weise Missstände und eröffnen benachteiligten Menschen neue Perspektiven und Möglichkeiten.
Finden Sie hier unsere Highlights aus 2017 oder sehen Sie sich Jahresbericht und Finanzbericht direkt als PDF an.

MEIN 2017

«Im Jahr 2017 wurde in El Salvador alle 18 Stunden eine Frau ermordet, meist von einem Täter aus der Familie. Diese Realität zeigt das Ausmass der Missachtung der Integrität, Würde und Freiheit von Frauen. Deshalb kämpfe ich mit Solidar Suisse gegen die Straflosigkeit der Täter und die Verletzung der Frauenrechte. Zum Beispiel mit Sensibilisierungsarbeit, die zur Verhinderung von Gewalt beiträgt.» Yolanda Martinez, Solidar-Landeskoordinatorin in El Salvador

Weitere Statements von Solidar-Mitarbeitenden finden Sie hier.

 

Rechte für ArbeitsmigrantInnen in der Mekong-Region

In Thailand leben rund vier Millionen ArbeitsmigrantInnen aus Kambodscha und Myanmar; oft ohne gültige Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung. Sie arbeiten im informellen Sektor ohne jeden Schutz durch die Arbeitsgesetzgebung und werden häufig gnadenlos ausgebeutet.

In Südostasien gibt es etwa sieben Millionen Menschen, die auf der Suche nach Arbeit innerhalb der Region migriert sind, 13 Millionen gehen in die Golfstaaten und nach Ostasien. In der Mekong-Region (Kambodscha, Laos, Myanmar, Thailand, Vietnam) zieht es die meisten ArbeitsmigrantInnen nach Thailand – drei Millionen aus Myanmar und etwa eine Million aus Kambodscha. Grund dafür ist das grosse wirtschaftliche Gefälle, und aufgrund der demographischen Entwicklung und diese Migration wird mit der steigenden regionalen Integration weiter zunehmen. Bisher arbeiteten die MigrantInnen zum grössten Teil in Sektoren, wo die Gefahr von Ausbeutung und Menschenhandel besonders gross ist: Hausarbeit, Hochseefischerei, Landwirtschaft und der Bausektor. Hier erhalten ArbeitsmigrantInnen ohne Bewilligung den ohnehin sehr tiefen Mindestlohn oft nicht, sie müssen unbezahlte Überzeit leisten, erhalten weder Mutterschaftsschutz noch sonstige Sozialleistungen, sie können von einem Tag auf den anderen entlassen werden und müssen oft unter prekären Bedingungen leben. Kurz: Es handelt sich oft um moderne Sklaverei.

Sichere Arbeitsmigration

Solidar Suisse kämpft in der Mekong-Region für die Stärkung der Rechte von ArbeitsmigrantInnen. Um den Menschenhandel einzudämmen, zeigt die Solidar-Partnerorganisation Cambodian Women’s Crisis Center (CWCC) potenziellen ArbeitsmigrantInnen im Nordwesten von Kambodscha sichere und legale Migrationswege auf und macht sie auf mögliche Probleme und Gefahren bei der Arbeit in Thailand aufmerksam. Ausserdem werden Migrantinnen, die aus Thailand nach Kambodscha zurückgeschafft worden sind, bei der Reintegration unterstützt. Viele wurden Opfer von Menschenhandel, sie sind oft traumatisiert und benötigen psychologische Betreuung. Für sie steht eine Notunterkunft zur Verfügung.

 

 

 

Darum kämpfe ich an Solidars Seite

Respekt. Das ist in Burkina Faso Tagesordnung, ja Pflicht. Im formellen Land, das als «Bünzli» Afrikas gilt, hält man sich an allerlei Rituale und Regeln (noch nie habe ich afrikanischen Verkehr mit so korrektem Blinker-Einsatz erlebt), aber vor allem verhält man sich mit Respekt.

Das habe ich auf meiner Reise u.a. mit Solidar Suisse im Grossraum von Ouagadougou am eindrücklichsten erlebt: Man hilft sich gegenseitig, mit Respekt. Ich kann meine persönliche Allergie nicht verhehlen, wenn Hilfswerke neo-kolonialistisch auf den Platz treten, und «ihr» Programm durchziehen; umso mehr erleichterte mich, dass ich es mit Lokalen zu tun hatte: Burkinabe, die in ihrem Land selbst anpacken und verändern wollen, was an Missständen und Ungerechtigkeit herrscht. Dass Mädchen zum Beispiel (meist) nicht zur Schule dürfen. Dass Kinder zwar im Unterricht sitzen, aber nichts verstehen, weil sie die «Kolonialsprache» Französisch zuhause nicht gelernt haben. Das Hilfswerk agiert hier Bottom-up, mit seinen lokalen MitarbeiterInnen, die vernetzt sind mit Schulbehörden und Staatseinrichtungen. Und die Symbiose funktioniert in diesen Beispielen so gut, dass man voneinander lernt, und zusammen ein neues Schulsystem baut, das wiederum eine nachhaltige Zukunftsperspektive für die Kinder Burkina Fasos bildet. Das hat mich stark beeindruckt. Und okay, Respekt in Form eines spendierten Tees zollte ich auch den MitarbeiterInnen von Solidar Suisse. Sie halfen uns, die 2G-Internetverbindung für TV-Schaltungen in den dunklen Gassen Ouagadougous herzustellen: mit einem 10 Meter langen Kabel, das wir vom Balkon des Solidar-Koordinationsbüros runter auf die Strasse zogen und beim Nachbar frech noch einige Bytes anzapften (Anikke! Danke!). Die Schalte ist gelungen. Für mich allerdings erst dann, wenn die Message von dem respektvollen und starken, nachhaltigen Wirken der Hilfswerke angekommen ist – zu Hause in den Schweizer Stuben.

Kathrin Hönegger, SRF 3, Jeder Rappen zählt

Kathrin Hönegger berichtet von Hilfsprojekten in Burkina Faso srf.ch

 

Kampf für faire Spielsachen aus China

Zwei von drei in der Schweiz verkauften Spielsachen kommen aus China. Eine verdeckte Recherche von China Labour Watch und Solidar Suisse in chinesischen Fabriken zeigte 2017 erneut krasse Missstände: Gefährliche Chemikalien, bis zu 140 Stunden Fliessbandarbeit pro Woche und mangelnde Hygiene sind die Abgründe des Weihnachtsgeschäftes, die wir allzu gern verdrängen. In den globalen Lieferketten wälzen internationale Markenkonzerne wie Hasbro, Mattel und Disney die Verantwortung für die prekären Arbeitsbedingungen gerne auf die Hersteller in China ab. Sie verlangen Unterschriften unter Verhaltenskodizes, die Ausbeutung verhindern sollen, üben jedoch gleichzeitig enormen Druck auf die chinesischen Fabriken aus, möglichst billig und flexibel zu produzieren. Dieser Druck führt direkt zur Ausbeutung von ArbeiterInnen. Denn wenn Material-, Fabrik- und Transportkosten fix sind, kann nur noch an Lohn und Arbeitszeiten geschraubt werden, um die Vorgaben zu erreichen.

Öffentlicher Druck wirkt

Seit 2015 kämpft Solidar Suisse gemeinsam mit China Labor Watch für bessere Arbeitsbedingungen in der Spielwarenindustrie und veröffentlicht jedes Jahr pünktlich zum Weihnachtsverkauf einen Bericht darüber. Zwar dauern die Missstände an, doch dank öffentlichem Druck und Medienberichten gibt es auch Verbesserungen: So wurde die reguläre Arbeitswoche nun in allen untersuchten Fabriken von sechs auf fünf Tage reduziert. Dies bedeutet eine Erhöhung des Lohns, weil Samstagsarbeit jetzt mit Überstundenzuschlag vergolten werden muss. Der wiederholte Nachweis der schlechten Bedingungen und der Druck der KonsumentInnen sind entscheidend: Inzwischen nehmen die Konzerne die Vorwürfe zumindest so ernst, dass sie die untersuchten Fabriken besuchen und eine Stellungnahme abgeben. Damit dies nicht eine Pro-forma-Übung bleibt, müssen die Unternehmen mit einer überschaubaren Zahl von Zulieferern zusammenarbeiten und mit diesen konkrete Verbesserungen der Arbeitsbedingungen angehen. Um die Schweizer KonsumentInnen zu sensibilisieren, hat Solidar Suisse 2017 zusätzlich zum Bericht das Fair-Toys-Magazin lanciert. Es spricht Eltern und Kinder direkt an und bietet einen ungewöhnlichen Einblick in die Welt der Spielsachen.

 

 

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