Was können Sie tun?

#1 Setzen Sie auf Langlebigkeit: Nicht nur das Material soll überdauern, sondern auch das Interesse am Spielzeug. Die Versuchung zu Weihnachten ist gross, bei all den vielen günstigen Glitzerangeboten zuzugreifen. Doch setzen Sie lieber auf einen erfüllten Herzenswunsch anstatt zehn Mal kurzweiligen Spass.

#2 Alternative Geschenke: Gemeinsame Aktivitäten, wie Kino-, Theater- oder Zoobesuche sind tolle, faire Geschenke. Auf Flohmärkten, in Brockenhäusern und bei Freunden finden Sie ausserdem ‘altes’ Spielzeug, das viel neue Freude bereiten kann. Und es gibt Ateliers, welche Spielzeug aus hochwertigem Material und unter fairen Bedingungen in der Schweiz herstellen.

#3 Niemand ist perfekt: Nachhaltig Schenken ist nicht immer einfach. Geben Sie nicht auf, wenn es nicht immer bei allen Geschenken klappt und sie Kompromisse eingehen müssen. Wichtiger als 100% konsequent zu sein ist es langfristig mit kleinen Schritten dran zu bleiben.

#4 Sensibilisieren im eigenen Umfeld: Machen Sie Familie und FreundInnen auf die Probleme in der Spielzeugproduktion aufmerksam. Bewusster Konsum ist ein erster Schritt zur Veränderung.

#5 Gestalten Sie wirtschaftliche Transformation: Fragen Sie in den Geschäften nach den Produktionsbedingungen. Auch wenn die Antwort unbefriedigend ausfällt, setzt die Frage ein Zeichen. Organisieren Sie selbst Tauschaktionen mit Freunden oder im Quartier oder unterstützen sie Aktionen von NGOs.

#6 Engagieren Sie sich politisch: Nehmen sie die partizipativen Möglichkeiten im politischen System der Schweiz wahr. Unterstützen Sie Anliegen für globale Gerechtigkeit und wählen Sie PolitikerInnen die diese Haltung konsequent vertreten.


Zwei von drei Spielsachen kommen aus China

Rund 70 Prozent der Schweizer Spielwaren stammen aus China. Dort werden nicht nur Plastikspielzeug und Plüschtiere, sondern auch Gesellschaftsspiele und Holzspielzeug produziert. Vom Ladenpreis landet im Schnitt ein Rappen pro Spielzeug bei den ArbeiterInnen.


Markenhersteller müssen Verantwortung übernehmen

Das Geschäftsmodell der Markenhersteller fördert die Ausbeutung von ArbeiterInnen in China. Die Einkaufspolitik der Spielwarenindustrie ist extrem saisonabhängig, die Lebenszyklen der Produkte sind kurz, die Nachfrage unsicher,  Konkurrenz und Preisdruck nehmen stetig zu. Die Auslagerung der Produktion in Billiglohnländer, kurzfristige Bestellungen und temporäre Verträge senken das Risiko für die Markenhersteller und steigern ihren Profit. Die chinesischen Spielwarenfabriken wälzen den Preisdruck auf die Arbeitnehmenden ab. Bei gleichbleibenden Kosten für Material, Transport etc. lässt sich mittels schlechten Löhnen, mangelhaften Sozialversicherungen und fehlendem Arbeitsschutz die Profitmarge erhöhen. Die ArbeiterInnen zahlen den Preis in Form von massiven Überstunden in der Hochsaison und Kurzarbeit, Zwangsurlaub und Entlassungen in der Tiefsaison.

Die Markenunternehmen müssen diese Geschäftspolitik ändern, denn sie hat direkten Einfluss auf die Arbeitsbedingungen.


Transparenz für faire Spielsachen

Solange die KonsumentInnen nicht nachvollziehen können, unter welchen Bedingungen das Spielzeug hergestellt wird, ist der Anreiz für die Markenunternehmen, ihre Produktionsweise zu verändern, gering. Die Schweizer Bevölkerung ist über die schlechten Arbeitsbedingungen in der Spielsachenproduktion weniger gut informiert als zum Beispiel bei Kleidern, wo verschiedene Nachhaltigkeitslabels existieren (für Spielwaren gibt es bisher keine Labels).

Werden Schweizer KonsumentInnen jedoch gezielt danach gefragt, wie 2015 in einer gfs-Umfrage, sind ihnen faire Arbeitsbedingungen bei Kauf eines Spielzeugs wichtig. Nach der Qualität (89 %) und dem Wunsch des Kindes (81%) liegt faire Arbeit mit 71 Prozent auf dem dritten Platz. Der Preis erhält dagegen nur 49%. Das entspricht leider nicht immer dem tatsächlichen Verhalten beim Kaufentscheid, denn die Transparenz zu den Arbeitsbedingungen fehlt hier gänzlich.


Fair Trade darf mehr kosten

Die Umfrage zeigte ausserdem, dass 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung bereit wäre, für Spielwaren mit Fair-Trade-Label mehr zu bezahlen. Die Bereitschaft und der Betrag hängen vom Einkommen ab. Doch auch bei den weniger gut Verdienenden wären 77 Prozent dazu bereit, bei den gut Verdienenden sind es sogar 94 Prozent.

Bei einem Teddybär für 30 Franken würden 14 Prozent der Befragten die Hälfte mehr, nämlich 45 Franken, für einen fair produzierten Teddy bezahlen, 30 Prozent würden ihn sich 37.50 Franken, 27 Prozent 33 Franken und 9 Prozent immerhin 31.50 Franken kosten lassen.

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