Je mehr Menschen die Zustände in den Fabriken kennen und kritisieren, desto mehr geraten die Spielwarenkonzerne unter Druck. Der Einsatz für faire Arbeitsbedingungen ermöglicht positive Veränderungen.

Was können Sie tun?

#1 Teilen Sie ihr Wissen: Bewusster Konsum ist ein erster Schritt zur Veränderung. Machen Sie Familie und FreundInnen auf die Probleme in der Spielzeugproduktion aufmerksam.

#2 Achten Sie auf Qualität: Nicht nur das Material soll überdauern, sondern auch das Interesse am Spielzeug: Ein erfüllter Herzenswunsch anstatt zehn Mal kurzweiliger Spassfaktor.

#3 Weniger ist mehr: Schnäppchen sind oft keine Ladenhüter, sondern extra produzierter Ramsch, der nicht ohne Grund so billig ist. Hinterfragen Sie Gratisgeschenke bei Grossverteilern und billigst Angebote.

#4 Schenken aus zweiter Hand: Auf Flohmärkten, in Brockenhäusern und bei Freunden finden Sie eine Unmenge an Spielzeug, das weiterhin Freude bereiten kann.

#5 Fragen Sie nach: Interesse an fair produziertem Spielzeug kostet nichts: Fragen Sie im Laden nach den Produktionsbedingungen.

#6 Fair schenken: Es gibt zwar kein Label für faires Spielzeug, aber es gibt Fairtrade-Läden, die auch Spielzeuge verkaufen.

#7 Schenken Sie Erlebnisse: Gemeinsame Aktivitäten, wie Kino-, Theater- oder Zoobesuche sind tolle, faire Geschenke.


Zwei von drei Spielsachen kommen aus China

Rund 70 Prozent der Schweizer Spielwaren werden aus China importiert. Dort werden nicht nur Plastikspielzeug und Plüschtiere, sondern auch Gesellschaftsspiele und Holzspielzeug produziert.

Vom Ladenpreis landet im Schnitt ein Rappen pro Spielzeug bei den ArbeiterInnen. In der Regel arbeiten etwa 30 bis 36 Personen in verschiedenen Arbeitsschritten an einem Spielzeug und es jeweils in der Herstellungs- und Verpackungsabteilung. Ein minimaler Aufpreis von 75 Rappen pro Spielzeug könnte den Lohn aller beteiligten ArbeiterInnen also verdoppeln.


Markenhersteller müssen Verantwortung übernehmen

Das Geschäftsmodell der Markenhersteller fördert die Ausbeutung von ArbeiterInnen in China. Die Einkaufspolitik der Spielwarenindustrie ist extrem saisonabhängig, die Lebenszyklen der Produkte sind kurz, die Nachfrage unsicher,  Konkurrenz und Preisdruck nehmen stetig zu. Die Auslagerung der Produktion in Billiglohnländer, kurzfristige Bestellungen und temporäre Verträge senken das Risiko für die Markenhersteller und steigern ihren Profit. Die chinesischen Spielwarenfabriken wälzen den Preisdruck auf die Arbeitnehmenden ab. Bei gleichbleibenden Kosten für Material, Transport etc. lässt sich mittels schlechten Löhnen, mangelhaften Sozialversicherungen und fehlendem Arbeitsschutz die Profitmarge erhöhen. Die ArbeiterInnen zahlen den Preis in Form von massiven Überstunden in der Hochsaison und Kurzarbeit, Zwangsurlaub und Entlassungen in der Tiefsaison.

Die Markenunternehmen müssen diese Geschäftspolitik ändern, denn sie hat direkten Einfluss auf die Arbeitsbedingungen.


Transparenz für faire Spielsachen

Solange die KonsumentInnen nicht nachvollziehen können, unter welchen Bedingungen das Spielzeug hergestellt wird, ist der Anreiz für die Markenunternehmen, ihre Produktionsweise zu verändern, gering. Die Schweizer Bevölkerung ist über die schlechten Arbeitsbedingungen in der Spielsachenproduktion weniger gut informiert als zum Beispiel bei Kleidern, wo verschiedene Nachhaltigkeitslabels existieren (für Spielwaren gibt es bisher keine Labels).

Werden Schweizer KonsumentInnen jedoch gezielt danach gefragt, wie 2015 in einer gfs-Umfrage, sind ihnen faire Arbeitsbedingungen bei Kauf eines Spielzeugs wichtig. Nach der Qualität (89 %) und dem Wunsch des Kindes (81%) liegt faire Arbeit mit 71 Prozent auf dem dritten Platz. Der Preis erhält dagegen nur 49%. Das entspricht leider nicht immer dem tatsächlichen Verhalten beim Kaufentscheid, denn die Transparenz zu den Arbeitsbedingungen fehlt hier gänzlich.


Fair Trade darf mehr kosten

Die Umfrage zeigte ausserdem, dass 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung bereit wäre, für Spielwaren mit Fair-Trade-Label mehr zu bezahlen. Die Bereitschaft und der Betrag hängen vom Einkommen ab. Doch auch bei den weniger gut Verdienenden wären 77 Prozent dazu bereit, bei den gut Verdienenden sind es sogar 94 Prozent.

Bei einem Teddybär für 30 Franken würden 14 Prozent der Befragten die Hälfte mehr, nämlich 45 Franken, für einen fair produzierten Teddy bezahlen, 30 Prozent würden ihn sich 37.50 Franken, 27 Prozent 33 Franken und 9 Prozent immerhin 31.50 Franken kosten lassen.

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