16
Feb
2017

Die Fifa verspricht seit dem Amtsantritt von Gianni Infantino vor einem Jahr tiefgreifende Reformen, auch hinsichtlich der Menschenrechte. Doch kann sie auch halten, was sie verspricht? Und welche Rolle spielt die Schweiz als Sitz der Fifa in diesem Prozess? Diese Fragen diskutierten ein Wissenschaftler, eine Politikerin und ein Behördenmitglied mit der Fifa am 16. Februar auf dem Podium im Zentrum Karl der Grosse in Zürich. 

 

Podium
Federico Addiechi, Leiter Nachhaltigkeit und Diversität (Fifa)
Prof. Jean-Loup Chappelet, Universität Lausanne
Min Li Marti, Nationalrätin SP
Alex Kunze, Nationaler Kontaktpunkt für die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen

Moderation: Philipp Sohmer, ARD Fifa-Experte
Gastgeber: Solidar Suisse und terre des hommes schweiz

Hintergrund
Die Fifa-WM in Brasilien 2014 war in Fragen der Nachhaltigkeit verheerend. Bei den laufenden Stadionbauten für die WM in Qatar ist die Fifa mit Anschuldigungen wegen Missachtung der Menschenrechte konfrontiert. Die gleichen Probleme wiederholen sich in den unterschiedlichen Austragungsländern seit langem. Doch nun scheint bei der Fifa ein Umdenken einzusetzen.

Anfang 2016 revidierte die Fifa ihre Statuten. Korruptionsbekämpfung und die Wahrung der Menschenrechte werden neu stark betont. Auch das im Oktober 2016 veröffentlichte Strategiepapier „Fifa 2.0“ verspricht aussichtsreiche Reformen.
Bedeutet das eine echte Kehrtwende oder wird es bei Lippenbekenntnissen bleiben?
Die Fifa ist als Verein mit Sitz in der Schweiz registriert. Damit kommt der Schweiz eine spezifische Verantwortung zu. Ein parlamentarisches Postulat, das auf die Schaffung eines neuen rechtlichen Status für grosse, internationale Sportverbände abzielt, hat hohe Zustimmung von Bundesrat und Parlament. Eine Beschwerde der Gewerkschaft Building and Woodworker’s International (BWI) gegen die Fifa beim Nationalen Kontaktpunkt für die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen betreffend den Arbeitsbedingungen in Katar ist in Bearbeitung.
Welche Rolle spielen die Schweizer Behörden bei der Begleitung und Überwachung der Reformschritte in der Fifa? Und was können Schweizer NGOs dazu beitragen?

Solidar Suisse und terre des hommes schweiz befassen sich seit Jahren mit den Auswirkungen sportlicher Grossveranstaltungen auf die Austragungsorte. Der Fokus gilt dabei der Durchsetzung der Menschen- und Arbeitsrechte sowie der OECD-Leitsätze.

Kampagne Solidar Suisse: https://www.solidar.ch/de/projekt/faire-weltmeisterschaften
Kampagne terre des hommes schweiz: www.childrenwin.org

Wann 16. Februar 2017 - 19:00 - 16. Februar 2017 - 20:30

Fifa Podium