Mehr als 60% der Pfannen in Schweizer Läden kommen aus China. Die ArbeiterInnen in chinesischen Pfannenfabriken leiden unter massiver Überzeit, schlechten Löhnen und mangelnder Arbeitssicherheit. Sie können nicht für ihre Rechte einstehen, da die demokratische, unabhängige gewerkschaftliche Organisation in China streng untersagt ist. Wegen diesen unhaltbaren Zuständen können Grossverteiler in der Schweiz Pfannen so billig verkaufen.

Das fordern wir

Die Forderungen von Solidar Suisse an die Pfannenverkäufer in der Schweiz sind klar: Sie müssen für faire Arbeitsbedingungen in der gesamten Lieferkette sorgen. Sie tun dies, indem sie eine menschenrechtliche Sorgfaltsprüfung durchführen, wie sie die UN-Leitprinzipen für Wirtschaft und Menschenrechte vorsehen.

Damit soll folgendes gewährleistet werden:

  • Existenzlöhne für die FabrikarbeiterInnen in China
  • Sicherheit am Arbeitsplatz
  • Rechtsschutz für ArbeitnehmerInnen durch unabhängige Beschwerdemechanismen und Vereinigungsfreiheit
  • Transparenz für die KonsumentInnen

Das haben wir getan

2018 recherchierte Solidar Suisse ein zweites Mal verdeckt in den bereits 2016 untersuchten Fabriken in China: Im Gegensatz zu früher bezahlten die Fabrikbetreiber nun die vorgeschriebenen Sozialleistungen an die ArbeiterInnen. Die Unterkünfte waren weniger überfüllt und die Löhne sind generell etwas gestiegen. Die Fortschritte sind aber zu relativieren, da die Ausgangslage katastrophal war und sich auch nicht alle untersuchten Fabriken im gleichen Mass verbessert haben. Die Arbeitsbedingungen bleiben in allen Pfannenfabriken in wichtigen Belangen prekär.

2017 wollte Solidar Suisse von den 2016 betroffenen Unternehmen, sowie zusätzlich Lidl und Aldi, zwei Grossverteiler welche ebenfalls Pfannen aus China in der Schweiz verkaufen, wissen: Was haben sie unternommen um die Situation der ArbeiterInnen in China zu verbessern? Es zeigte sich, dass die beiden Unternehmen die im  Report genannten Probleme mit den Chinesischen Zulieferen angeschaut hatten und auch Kontrollen durchführten. Das ist positiv, allerdings wurden dazu die gleichen Instrumente verwendet, welche zuvor offensichtlich versagt hatten.

2016 publizierte Solidar Suisse die Resultate der ersten verdeckten Recherche in Pfannenfabriken in China, welche auch für Migros, Coop, Kuhn Rikon, WMF, Green Pan und Ikea Pfannen herstellen und auch bei Manor im Regal zu finden sind. Der Bericht warf ein Schlaglicht auf eine bisher unbeachtete Branche. Entsprechend gab es auch international Reaktionen von verschiedenen weiteren Pfannenherstellern. Die betroffenen Unternehmen reagierten sehr unterschiedlich. Migros, Coop, Kuhn Rikon und Ikea zeigten sich gesprächsbereit und es fanden eingehende Diskussionen statt. Mit Manor und Greenpan gab es ebenfalls Kontakte. Dagegen schickte WMF nur eine Klageandrohung.

Das haben wir bewirkt

Die Branche kann die menschenunwürdigen Bedingungen in den Fabriken nicht weiter ignorieren. Der Branchenstandard „amfori BSCI“ setzte sich nach der Publikation unseres Reports mit dem Thema auseinander. Leider legt  „amfori BSCI“ den Fokus bisher lediglich auf die Reputation von Unternehmen statt auf die Situation der Betroffenen.

Die Reports von Solidar Suisse deckten Probleme auf, welche beispielsweise Ikea halfen ihre Kontrollmechanismen in den Fabriken zu verbessern und damit zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen beizutragen. Doch das Fazit bleibt: Der Handlungsbedarf in den Fabriken bleibt gross und die Grossverteiler stehen weiterhin in der Pflicht für faire Arbeitsbedingungen in der Produktion zu sorgen.