Extreme Überzeiten, mickrige Bezahlung und gesundheitsgefährdende Arbeitsplätze sind in chinesischen Spielzeug-Fabriken alltäglich. Es liegt aber nicht einfach an den chinesischen Fabriken, sondern auch an Markenunternehmen wie Mattel, Disney und Hasbro, welche die Abnahmemodalitäten und Einkaufpreise diktieren: Sie müssen ihre Geschäftspraktiken zugunsten der ArbeiterInnen verändern.

Das fordern wir

Die Forderungen von Solidar Suisse an die Spielzeug Markenunternehmen sind klar: Sie müssen für faire Arbeitsbedingungen in der gesamten Lieferkette sorgen. Sie tun dies, indem sie eine menschenrechtliche Sorgfaltsprüfung durchführen, wie sie die UN-Leitprinzipen für Wirtschaft und Menschenrechte fordern. Zudem braucht es Transparenz für alle beteiligten Akteure, insbesondere auch für die KonsumentInnen. Für die Spielzeugindustrie heisst das:

  • Existenzlöhne für die FabrikarbeiterInnen in China
  • Sicherheit am Arbeitsplatz
  • Rechtsschutz für ArbeitnehmerInnen durch unabhängige Beschwerdemechanismen und Vereinigungsfreiheit
  • Transparenz für die KonsumentInnen

Das haben wir getan

2018 ging der Bericht über die Missstände in den Spielzeugfabriken rund um die Welt. Ein grosser Artikel im Leitmedium the Guardian sorgte für grosse Beachtung. Nicht nur in Europa, sondern auch in den USA, Lateinamerika, Südostasien und China wurde über die Arbeitsverhältisse in den Fabriken berichtet. Zudem überreichten wir den Solidar-Award an Marie-Claude Hessler, eine 77-jährige Aktivistin, welche wir für ihren 20 jährigen Kampf für faire Spielwaren auszeichneten.

2017 richtete sich Solidar Suisse mit der Kampagne direkt an Kinder, Eltern und Grosseltern: Mit dem Fair Toys-Heft, welches viele interessante Fakten rund um Spielzeuge enthielt, wurde auch die Problematik in der Herstellung des Spielzeugs auf spielerische Weise an Gross und Klein vermittelt. Im Rahmen von Strassenaktionen mit einem lebensgrossen Drachen wurde das Heft unter die Leute gebracht.

2016 stellte Solidar Suisse eine menschliche Barbie in einer überdimensionalen Verpackungsschachtel auf den Paradeplatz in Zürich  und einige Tage später folgte Ken am Bahnhof von Lausanne. Die Forderungen richtete Solidar Suisse direkt an den Spielwaren-Giganten Mattel – den Barbie Produzenten und einer der grössten Spielwarenhersteller weltweit.

2015 publizierte Solidar Suisse die erste investigative Recherche und richtete einen Appell an den Schweizerischen Spielwarenverband , der Solidar Suisse in Kontakt mit dem ICTI Ethical Toys Program – dem Zertifizierungsprogramm für soziale Verantwortung in Spielwarenfabrkien – brachte, mit dem wir seither in kritischem Austausch stehen

Das haben wir bewirkt

Dank unserer Hartnäckigkeit fühlen sich die Spielwaren-Giganten inzwischen genötigt, sich mit den Problemen zu befassen. Die Recherchen, die wir in Zusammenarbeit mit China Labor Watch publizieren, werden nun endlich auch von den Konzernen ernst genommen und sie lösen Nachuntersuchungen in den Fabriken aus.

Seit vier Jahren steht Solidar Suisse nun im Kontakt mit dem ICTI Ethical Toys Program und gibt kritisches Feedback zur Überarbeitung der Standards der Spielwarenindustrie. Dabei zeigte sich leider, dass wirksame Änderungen bisher kaum durchgesetzt werden können, auch wegen des Widerstands der Spielwarenkonzerne. Ein Problem, welches sich bei freiwilligen Standards immer wieder zeigt. Hier würden nur verbindliche Regeln weiterhelfen.

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