Noch immer werden die meisten Spielzeuge in China hergestellt. Doch die Erfüllung von Kinderträumen ist begleitet vom Elend und der Ausbeutung von FabrikarbeiterInnen. Das zeigt auch unsere jüngste Recherche aus den Spielzeugfabriken.

Toys Report 2018 (PDF)

Fotos aus den Fabriken

Häufig kommen die FabrikarbeiterInnen aus weit entfernten Regionen und leben deshalb getrennt von ihren Kindern, FreundInnen und Verwandten. Für Mindestlöhne, die nicht zum Leben reichen und keine menschenwürdige Existenz ermöglichen. Deshalb leisten sie massive Überstunden und schuften in der Hochsaison* elf Stunden am Tag, sechs Tage die Woche. Doch nicht nur das: Die fehlende Schutzausrüstung und die Erschöpfung sind ein Gesundheits- und Unfallrisiko. Im schlimmsten Fall  kommen sie auch mit giftigen Substanzen wie „Banana Oil“ oder sogar Benzol in Kontakt, die von Vergiftungen bis zur  Leukämie und zum Tod führen können.

Die meisten ArbeiterInnen leben zu acht in denengen, kargen Fabrikunterkünften. Unhygienische sanitäre Anlagen ohne heisses Wasser sind keine Seltenheit. Es fehlen auch Beschwerdemechanismen, bei denen Gesetzesverstösse gemeldet werden können , geschweige denn existiert eineunabhängige Gewerkschaft , die sich für eine Verbesserung der Arbeitssituation einsetzen könnte.

* Die Produktion für das Weihnachtsgeschäft im Sommer und Herbst

Verändert hat sich kaum etwas

Diese Situation ist nicht neu. Bereits Mitte der 1990er Jahre brachten zwei verheerenden Fabrikbränden die prekären Arbeitsbedingungen in den chinesischen Spielwarenfabrikenans Licht. Massive Kritik und Druck von KonsumentInnen, Non-Profit-Organisationen und Medien drängte die Branche damals zu – beschränktem – Handeln.

Der Weltverband der Spielzeugindustrie verabschiedete einen Verhaltenskodex. Dieser branchenweit „gültige“ Code of Business Practices definierte und vereinheitlichte soziale Mindeststandards für alle Spielzeughersteller (vor allem in China), die im Auftrag von internationalen Markenunternehmen – wie Mattel, Disney oder Hasbro – produzieren. Genützt hat es wenig. Das belegen zahlreiche Recherchen in chinesischen Spielwarenfabriken, welche von Grassroot-NGOs wie China Labor Watch und Sacom durchgeführt wurden.

Report 2018 zeigt prekäre Verhältnisse

2018 hat China Labor Watch von April bis September erneut eine investigative Recherche in vier Spielwarenfabriken, die auch für Hasbro, Disney und Mattel, aber auch für deutsche Hersteller wie Simba Dickie, Schleich und Ravensburger, produzieren, durchgeführt. Und wieder mussten sie grobe Verletzungen des chinesischen Arbeitsrechts und der internationalen Arbeitsrechtsstandards der ILO festgestellen. Hier nur einige der krassen Missstände:

  • Exzessive Überstunden (bis zu 175 Stunden) und extrem kurze Pausen
  • Mindestlöhne, die nicht für ein menschenwürdiges Leben reichen
  • Fehlender Arbeitsschutz: zu wenige und mangelhafte Gesichtsmasken und Handschuhe, kein Training im Umgang mit Chemikalien und schweren Maschinen.
  • Unwürdige Lebensumstände: überfüllte Schlafsäle undunhygienische sanitäre Anlagen
  • Ungenügende soziale Absicherung, berechnet auf Basis einen viel zu tiefen Ansatzes.
  • Fehlende unabhängige Gewerkschaften und Beschwerdemöglichkeiten

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Downloads:

Toys Report 2018

Toys Report 2018Toys Report 2018Report zu Arbeitsbedingungen in vier chinesischen Spielzeugfabriken: Lovable, Herald, Jetta, Wah Tung

Hintergrund

Toys Report 2018

Die neuste Recherche in vier Spielwarenfabriken, die auch für Hasbro, Disney und Mattel produzieren, zeigt gravierende Missstände.