Die Corona-Krise hat in vielen Ländern des globalen Südens schwerwiegende Auswirkungen. Die MitarbeiterInnen von Solidar Suisse setzen alles daran, die ärmsten Menschen in unseren Projektländern vor den gesundheitlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Pandemie zu schützen. Hier finden Sie Beispiele zu unseren Aktivitäten vor Ort.

Bangladesch: Hilfe für ArbeiterInnen und Rohingya

Nahrungsmittel-Hilfe für ArbeiterInnen in Bangladesch

In Bangladesch haben internationale Modebrands bereits Aufträge im Wert von mehr als drei Milliarden US-Dollar storniert. Zwei Millionen Menschen sind in Textilfabriken beschäftigt und verlieren teilweise ihre Einkommen. Hinzu kommt die schwierige Situation in den  Flüchtlingscamps der Rohingya, wo Distanz- und Hygieneregeln kaum einzuhalten sind. Wir informieren Rohingya zu Corona-Prävention und unterstützen ArbeiterInnen der Textil- und Lederindustrie mit Nahrungsmitteln und Schutzmaterial.

Moçambique: Prävention und Hilfe für die Ärmsten

COVID19 Prävention in Moçambique

Zur Eindämmung von COVID-19 in Moçambique hat Solidar Suisse 28 Informationstafeln und Handwaschstationen an zentralen Orten im öffentlichen Raum installiert. In Zusammenarbeit mit Community Radios informieren wir die Menschen in den Provinzen Manica und Sofala auf protugiesisch und in lokalen Sprachen über Risiken und Präventionsmassnahmen. Wir unterstützen öffentliche Gesundheitszentren und versorgen die anfälligsten Personen mit Schutzmaterial. Zudem werden im Juli und August 750 besonders bedürftige Familien mittels M-Pesa Bargeldtransfers bei der Beschaffung von Nahrungsmitteln unterstützt.

Bolivien: Gegen häusliche Gewalt

Solidar Suisse informiert die Bevölkerung via Social Media und über lokale Radiostationen zu Präventionsmassnahmen. Doch nicht nur das Virus ist eine Gefahr für die Gesundheit, denn Gewalt gegen Frauen nimmt unter dem Lockdown zu. Betroffene können sich via eine Gratis-Telefonhotline melden und erhalten Unterstützung. Die Angst vor Corona führt aber auch zur Verbreitung von Falschinformationen: Durch die langjährige Tätigkeit und gute Vernetzung Entwicklungszusammenarbeit ist Solidar Suisse eine glaubwürdige Informationsquelle, um die Menschen über Fake-News im Zusammenhang mit dem Virus aufklären.

Malaysia: Grundnahrungsmittel für ArbeitsmigrantInnen

Auch auf den abgelegenen Palmölplantagen von Sabah ist das Corona-Virus angekommen. Die ArbeitsmigrantInnen, die bereits vor dem Auftreten des Virus sehr isoliert lebten, sind durch die Mobilitätseinschränkungen der Regierung nun von lebenswichtiger Versorgung abgeschnitten. Lokale Märkte wurden abgesagt und die fliegenden HändlerInnen dürfen die Plantagen nicht mehr betreten. Auch der Gesundheitsschutz der PlantagenarbeiterInnen lässt zu wünschen übrig. Solidar Suisse verteilt zusammen mit lokalen Partnern Grundnahrungsmittel und Hygieneartikel an die am stärksten betroffenen Menschen.

El Salvador: Jugendliche unterstützen Zivilschutz

In der Katastrophenprävention arbeitet Solidar Suisse in El Salvador seit vielen Jahren mit dem Zivilschutz zusammen. Nun unterstützen Jugendliche aus unserem Projekt zu Gewaltprävention den Zivilschutz an Kontrollposten, wo Autos und Güter mit Desinfektionsmittel besprüht werden. Und auch in El Salvador setzen wir uns gegen häusliche Gewalt ein. Wir informieren Betroffene via soziale Medien und WhatsApp über ihre Rechte und tragen zur staatlichen Hilfe für gewaltbetroffene Frauen bei. Zur Unterstützung von KleinbäuerInnen planen wir ausserdem eine Saatgutverteilung. Angesichts der schweren Wirtschaftskrise ist der Zugang zu Saatgut entscheidend, um die Ernährungssicherheit der ländlichen Bevölkerung zu gewährleisten.

Pakistan: Schutzmasken selber gemacht

Unsere lokale Partnerorganisation verteilt Seifen und Desinfektionsmittel und wir informieren die Bevölkerung in Armensiedlungen mit Flugblättern über Gefahren und Schutzmassnahmen. ArbeiterInnen in Nähateliers werden für die Herstellung von Schutzmasken geschult und wir verteilen die Masken an kranke und besonders gefährdete Menschen. Über unser Projekt zur Unterstützung von arbeitenden Kindern haben wir Familien identifiziert, die dringen Hilfe brauchen, da sie wegen des Lockdowns überhaupt kein Einkommen mehr haben.  

Burkina Faso: Aufklärung der Bevölkerung

Die meisten Regionen Burkina Fasos sind vom Coronavirus betroffen. Um über die notwendigen Präventionsmassnahmen zu informieren, haben wir Sensibilisierungsplakate in drei Landessprachen (Mooré, Dioula, Fulfuldé) hergestellt, die unsere lokalen Partnerorganisationen an die Bevölkerung verteilen. Diese Informationen werden auch über soziale Netzwerke und WhatsApp zugänglich gemacht.

Kambodscha: Kampf um eine faire Lösung für TextilarbeiterInnen

Wegen Fabrikschliessungen durch den Einbruch des Textilsektors wurden in Kambodscha über 150'000 ArbeiterInnen entlassen. Ohne Ersparnisse und soziale Absicherung sind die ArbeiterInnen und ihre Familien jedoch dringend auf ihre Löhne angewiesen, um zu überleben. Die Partnerorganisationen von Solidar Suisse unterstützen die Menschen vor Ort: Als Sofortmassnahme verteilen sie Essen und Hygieneartikel und kämpfen über gewerkschaftliche Verhandlungen mit der Textilindustrie für eine längerfristige Lösung. 

Kosovo: Hilfe für das Gesundheitspersonal, DiabetikerInnen und SchülerInnen

Das Gesundheitswesen im Kosovo war vollkommen unvorbereitet auf die Pandemie: Es fehlt an Arbeitsinstrumenten und Schutzausrüstungen. Solidar Suisse organisierte das nötige Material für Gesundheitspersonal an besonders stark frequentierten Orten. Zudem helfen wir Kindern und Jugendlichen mit Diabetes und stellen die Lieferung des lebensnotwendigen Insulins in Peja sicher. Und zur Verbesserung der Berufsbildung unterstützen wir SchülerInnen und LehrerInnen auch in der Krise mit online Coaching. Mehr Infos über unsere Hilfe im Kosovo.

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Corona-Krise

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