Lukas Frohofer war in den letzten Wochen für Solidar Suisse auf Sulawesi. Zusammen mit dem lokalen Mitarbeiter Michael Yudha hat er die Nothilfe für die betroffene Bevölkerung vorbereitet. Sein Bericht gibt einen Eindruck über das Ausmass der Zerstörung und die Hilfeleistungen durch Solidar Suisse.

Auch vier Wochen nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami in Palu, Sulawesi, ist die Zerstörung überall sichtbar. Die Strassen sind vielerorts aufgerissen, riesige Gebäude sind zusammengebrochen, kaum ein Haus ist komplett verschont geblieben und der Küstenstreifen ist ein Feld der Zerstörung.

Doch die Aufräumarbeiten sind in vollem Gange und auch die ersten Geschäfte haben, mit einem beschränkten Angebot, wieder geöffnet. Der Alltag kehrt langsam zurück. Wären da nicht die Ruinen und die Leute, die immer noch nach letzten Wertsachen oder Erinnerungsstücken in den Trümmern suchen. Besonders in Petobo, einem Stadtteil, der durch Bodenverflüssigung fast komplett im Erdboden versunken ist, stehen Menschen da und starren ungläubig auf das Wenige, das geblieben ist. Doch heftiger als der materielle Verlust ist der seelische Schmerz: Eine Frau erzählt mir vom täglichen Besuch einer Freundin, die ihren Mann verloren hat. Während sie weg war, schlief der Mann in seinem Bett. Als sie zurückkam, waren das Haus und ihr Mann nicht mehr da.

In diesem Umfeld der Zerstörung und Trauer gibt die menschliche Solidarität einen enormen Rückhalt. Viele lokale Organisationen verteilen Wasser, Nahrung und Kleider, meist mit der Unterstützung von Freiwilligen. Dieser Solidaritätsgedanke und der unermüdliche Wille der betroffenen Bevölkerung, ihre Städte und Dörfer wieder aufzubauen, haben mich während meinem Aufenthalt am meisten beeindruckt. Der Beitrag von Solidar Suisse besteht darin, die materiellen Grundlagen für diese Solidarität zu liefern und die Bevölkerung damit nachhaltig zu stärken.

Zusammen mit unserer Partnerorganisation Arbeiter-Samariter-Bund und unter Mitwirkung der lokalen Bevölkerung schaffen wir Zugang zu Trinkwasser und bauen sanitäre Einrichtungen. Dabei legen wir besonderen Wert auf die Hilfe für speziell gefährdete Menschen, insbesondere Kinder, ältere und Menschen mit Behinderungen.

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