In Burkina Faso schürfen Menschen in 500 Minen auf eigene Faust Gold. Auch viele Kinder arbeiten unter prekären Bedingungen in Goldminen, statt in die Schule zu gehen.

«Ich lebe seit vier Jahren in der Goldmine. Hier sammle ich liegen gelassene Eisenstücke ein und verkaufe sie. Damit verdiene ich 300 Francs (50 Rappen) im Tag», erzählt der 12-jährige Ibrahim. Wir befinden uns in der Goldmine Silmiougou, im Norden der Hauptstadt Ouagadougou. Mitten in der Einöde steht ein improvisiertes Zeltdorf rund um Erdlöcher von mehreren Dutzend Metern Tiefe. Tausende von Menschen versuchen sich hier ihr mageres Einkommen zu verdienen: Sie graben nach Gold in den Stollen, sie handeln, kochen, bauen Gemüse an oder holen Wasser. Am Rand des Areals befindet sich das Bordell.
In Silmiougou gibt es auch viele Kinder. Wegen der Armut oder Problemen in der Familie verlassen sie die Schule, um in der Mine zu arbeiten. Mit leerem Blick seilen sich die jungen MineurInnen ab. Neben unerträglicher Hitze und stundenlanger Beklemmung drohen ihnen Unfälle, die in den ungesicherten Gruben regelmässig vorkommen. «Vor ein paar Monaten wurde ein Kind bei einer Sprengung schwer verletzt», erzählt man uns.

Zurück in die Schule

Trotzdem ist es schwierig, die Kinder zum Verlassen der Mine zu bewegen. Gefahr und erbärmliche Lebensbedingungen wiegen weniger als die Verdienstmöglichkeiten, weiss Sawadogo Nonraogo aus Erfahrung: «Wir Eltern in der Region sorgen uns sehr um unsere Kinder.» Solidar Suisse arbeitet mit SozialarbeiterInnen zusammen, die Treffen mit den arbeitenden Kindern organisieren. Sie erklären ihnen, dass sie Unterstützung erhalten, um die Mine zu verlassen. Die Jüngeren werden ermutigt, zur Schule zurückzukehren, den Älteren wird eine Berufsausbildung angeboten. So hat der 16-jährige Franck eine Mechanikerlehre begonnen. «Seit ich die Lehre mache, bin ich nicht mehr in die Mine zurückgekehrt. Und langsam beginne ich zu verstehen, wie die Welt der Mechanik funktioniert», sagt er lächelnd.

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