Südafrika
In Südafrika regiert seit dem Ende der Apartheid die ehemalige Befreiungsbewegung African National Congress (ANC). Der ANC ist politisch unangefochten und geniesst das Vertrauen von knapp 2/3 der Bevölkerung.
Das Land am Kap war 2010 als erstes afrikanisches Land Gastgeber der Fussball-Weltmeisterschaft und stand im Rampenlicht der internationalen Öffentlichkeit. Das Ereignis löste in der südafrikanischen Bevölkerung Begeisterung und grosse Hoffnungen aus. Südafrika präsentierte sich als guter und würdiger Gastgeber. Doch von dem wirtschaftlichen Aufschwung, von neuen Perspektiven und Jobs für die Menschen blieb unter dem Strich nicht viel. Eine Studie von Solidar zog nach der WM eine ernüchternde Bilanz: Falsche Schätzungen, übertriebene Hoffnungen, verpuffte Jobwirkung und noch mehr soziale Ungerechtigkeit. Entgegen den Prognosen führte die WM nicht zu neuen, dauerhaften Arbeitsplätzen. Die mit der WM verbundenen Ausgaben belasteten den öffentlichen Haushalt enorm – während der Fussball-Weltverband FIFA einen Rekordgewinn einstrich. Die sozialen Gegensätze in Südafrika haben sich eher noch verschärft.
Solidar unterstützte die südafrikanischen Baugewerkschaften dabei, dass die WM nicht auf dem Rücken der ArbeiterInnen ausgetragen wurde. Die auf den Bausektor fokussierte Kampagne war erfolgreich und erzielte Lohnerhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen (siehe http://www.solidar.ch/fair-games-fair-play.html)
Sozio-ökonomische Apartheid
Im Human Development Index belegt Südafrika Platz 123 von 187 Ländern. Die Herausforderungen sind gewaltig: 40% Arbeitslose, grassierende Armut, gewalttätige Fremdenfeindlichkeit und zunehmende Bürgerproteste gegen den ineffizienten Service Public zeichnen das Bild hoher sozialer Konfliktivität. Südafrika ist eines der Länder mit der grössten sozialen Ungleichheit weltweit – dies ist eine schwere Hypothek für den sozialen Frieden. Nach der Überwindung der politischen Rassenschranken bleibt die Überwindung der "sozio-ökonomischen Apartheid" die grösste Herausforderung Südafrikas.
Regionale Kooperation im Südlichen Afrika
Solidar engagiert sich in Südafrika für bessere Arbeitsbedingungen für formell wie informell Beschäftigte sowie für starke Gewerkschaften. Solidar arbeitet mit Nicht-Regierungsorganisationen und Gewerkschaften zusammen (Khanya College, Labour Research Service, Workers World Media Productions) wie auch mit Gewerkschaften (SADSAWU, BWI). Die Projekte haben eine Ausstrahlung weit über Südafrika hinaus, in rund ein Dutzend afrikanische Länder.
Joachim Merz ist verantwortlich für die Solidar- Projekte in Südafrika.






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