Kosovo
Der Kosovo gehörte bereits im ehemaligen Jugoslawien zu den ärmsten Regionen. Der Zusammenbruch des sozialistischen Staates und seiner Planwirtschaft stellte die gesamte Region vor grosse wirtschaftliche Herausforderungen. Für die kosovarische Bevölkerung verschlechterte sich die Situation zusätzlich durch die Repression des Milosevic-Regimes. Schliesslich brachte der Krieg (1998/99) den Kosovo an den Rand eines wirtschaftlichen Kollapses.
Erst Nothilfe und Wiederaufbau ...
Solidar unterstützte die Not leidende Bevölkerung unmittelbar nach Kriegsende mit Hilfsgütern. Anschliessend baute Solidar gemeinsam mit den BewohnerInnen 260 Wohnhäuser im Westen des Kosovo wieder auf.
Trotz der massiven Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft entwickelte sich die Wirtschaft des Kosovo in den letzten Jahren nur langsam. Gemäss einer Studie der Weltbank (2005) leben 37 Prozent der Bevölkerung des Kosovo in Armut. Überdurchschnittlich betroffen sind ländliche Haushalte ohne reguläres Einkommen und ohne Unterstützung durch im Ausland lebende Verwandte. Rund die Hälfte der KosovarInnen ist erwerbslos, auf dem Land sind es bis achtzig Prozent.
... dann Einkommensförderung und Stärkung der Zivilgesellschaft
Ab 2002 unterstützte Solidar besonders benachteiligte Menschen dabei, sich ein regelmässiges Einkommen zu erschliessen oder ihren Erlös aus der Landwirtschaft zu steigern. Im Projekt Income Peja arbeitete Solidar zu diesem Zweck eng mit verschiedenen Bauernvereinen und anderen lokalen Partnerorganisationen zusammen. Die Einkommen von rund 1000 Familien konnten nachhaltig gesteigert werden und die Organisationen haben in den letzten Jahren an Mitgliedern zugelegt.
Doch auch nach dem Abschluss von Income Peja im Dezember 2007 haben die Bauernvereine mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Das Hauptproblem sind die bescheidenen finanziellen Mittel, oft fehlt es aber auch an transparenten Strukturen und Managementkapazitäten, um gute Ideen gewinnbringend umzusetzen. Mit der Durchführung von Wettbewerben für Bauernorganisationen möchte Solidar genau da ansetzen. Gesucht werden die besten Projektideen, zu gewinnen gibt es gezielte Weiterbildungsmodule und für die besten drei ausgearbeiteten Projekte eine Anschubfinanzierung. Zu gewinnen gibt es aber auch die Einsicht, dass bereits mit wenig sehr viel erreicht werden kann.
Ein weiteres Projekt von Solidar widmet sich dem Milchsektor. Eine gemeinsame Strategie der Milchbauern und der Molkereien soll die Bedingungen für die Milchproduktion im Kosovo verbessern und damit Wertschöpfung und Einkommen in diesem Sektor erhöhen.
Cyrill Rogger ist verantwortlich für das Kosovo-Programm von Solidar.






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