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Brasilien 2014 - eine erste Bilanz

  
Die WM in Brasilien ist Geschichte, Deutschland ist Weltmeister. Solidar Suisse blickt auf eine intensive Zeit zurück.

Die Vorbereitungen für die WM 2014 in Brasilien waren überschattet von Menschenrechtsverletzungen, Vertreibungen und Ausbeutung. Noch kurz vor WM-Anpfiff stand die Fifa wegen Korruptionsvorwürfen und Profitgier in der Kritik. Tausende BrasilianerInnen gingen auf die Strassen, um dagegen zu protestieren, dass für die WM Milliarden ausgegeben werden, während das Geld fehlt für Spitäler, Schulen und den öffentlichen Verkehr.
 
Um die Fifa an ihre soziale Verantwortung zu mahnen und öffentlich Druck aufzusetzen, hat Solidar Suisse eine Kampagne für faire Weltmeisterschaften und gegen die Fouls der Fifa geführt.
 
Mobilisierende Kampagne
Nach langen und unergiebigen Verhandlungen forderte Solidar Suisse die Fifa noch kurz vor der WM auf, wenigstens den Verkaufsbann für StrassenhändlerInnen aufzuheben. Die Protestaktion mobilisierte: Rund 16‘000 Menschen unterstützten die Forderung mit einem Protestmail an Sepp Blatter, das Foulvideo erhielt innert weniger Tage 100‘000 Klicks und auf Facebook und Twitter erreichte die Kampagne über  eine Million Menschen.
 
Die Fifa drückt sich um ihre Verantwortung
Doch geschehen ist zu wenig und zu langsam. Zwar hat die Fifa das Zulassungsverfahren etwas gelockert, so dass gegen 3000 StrassenhändlerInnen ihre Waren in den Sperrzonen verkaufen konnten. Das genügt aber bei weitem nicht – von den Verkaufsverboten sind wohl mindestens 100‘000 KleinhändlerInnen betroffen. Grund genug für eine weitere Protestaktion: Solidar Suisse bot auf der Website erzürnten Fussballfans und erbosten Fifa-Kritikerinnen die Möglichkeit, einen Buhruf aufzunehmen. Rund 2000 Personen machten ihrem Ärger dergestalt Luft. Die gesammelten Buhrufe wurden der Fifa in Zürich übergeben.
 
Dass während der WM keine Proteste eskaliert sind, ist auch eine Folge von Repression. Selbst die Fernsehübertragungen wurden zensiert, sodass kleine Protestaktionen für die Fernsehzuschauer nicht sichtbar waren. Die Kosten für das Sicherheitsdispositiv müssen horrend sein. Dass die Leidtragenden der WM – wie bereits in Südafrika 2010 – in der Bevölkerung zu suchen sind, ist schon jetzt unbestritten.
 
Nach der WM ist vor der WM
Im Hinblick auf Russland 2018  und Qatar 2022 engagieret sich Solidar weiterhin für faire Weltmeisterschaften für alle Beteiligten. Wir fordern die Fifa auf, eine Nachhaltigkeitsklausel in die Verträge mit den Austragungsstaaten aufzunehmen, die sie zur Wahrung der Menschenrechte, zur Einhaltung minimaler Arbeitsstandards, zum fairen Umgang mit informellen HändlerInnen verpflichtet. Ausserdem soll die Fifa keine Sondergesetze mehr durchdrücken.
 
Die Nachhaltigkeitsklausel soll insbesondere folgende Punkte beinhalten:
  1. Wahrung der Menschenrechte (keine Vertreibungen, keine Menschenrechtsverletzungen)
  2. Festlegung von Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen, sowohl auf den Baustellen als auch für die StrassenhändlerInnen (keine Verkaufseinschränkungen, faire Löhne, Berücksichtigung der Kernnormen der internationalen Arbeitsorganisation wie Verbot von Zwangsarbeit, Diskriminierung und Kinderarbeit sowie Wahrung der Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit)
  3. Keine Steuerbefreiung für die Fifa und ihre Sponsoren im Austragungsland
  4. Keine Sondergesetze für die Fifa wie z. B. Streikverbot vor einer WM.
  5. Festlegung von ökologischen Kriterien für die Austragungsstätten.

 

Schauen Sie sich unseren Spot gegen die Fouls der Fifa an und unterstützen Sie die Solidar-Kampagne zu den Fifa-Weltmeisterschaften.

 




WM-Schwerpunktnummer der Solidarität