5800 Personen haben den Appell für faires Spielzeug unterzeichnet. Solidar Suisse hat die Unterschriften dem schweizerischen Spielwarenverband übergeben. Die Forderungen werden vom Verband inzwischen mitgetragen und auf internationaler Ebene, wo die grossen Spielwarenproduzenten ihre Standards definieren, eingebracht. Solidar wird genau verfolgen, welche verbindlichen Standards in China, wo der Grossteil des Spielzeugs produziert wird, tatsächlich zur Anwendung kommen.

Extreme Überzeiten und gesundheitsgefährdende Arbeitsplätze sind in chinesischen Fabriken alltäglich. Damit sich das ändert, müssen Markenunternehmen wie Mattel, Disney, Hasbro & Co. ihre Verantwortung wahrnehmen und in ihrer Lieferkette faire Arbeitsbedingungen garantieren. Der Preis- und Zeitdruck, den sie auf ihre Lieferanten ausüben, um ihren Gewinn zu maximieren, sind mitverantwortlich für die prekären Bedingungen, unter denen chinesische ArbeiterInnen leiden.

Dank dem Appell, der von 5800 Personen unterzeichnet wurde, hat auch der Spielwarenverband Schweiz die Dringlichkeit folgender Anliegen erkannt:

  • Existenzlöhne für die FabrikarbeiterInnen in China

  • Kontrollen, welche die Einhaltung des chinesischen Arbeitsrechts gewährleisten

  • Aufklärung der ArbeiterInnen über ihre Rechte und unabhängige Beschwerdeinstanzen

  • Transparenz für die KonsumentInnen in der Schweiz

Detaillierte Informationen zu den Missständen in den Spielzeugfabriken finden Sie im Report 2015 und im exemplarischen Arbeitstag einer chinesischen Fabrikarbeiterin.

Was Sie tun können

#1 Machen Sie Druck: Fordern Sie vom Spielwarenverband Schweiz, sich für Transparenz und faire Arbeitsbedingungen einzusetzen.

#2 Fragen kostet nichts: Zeigen Sie Interesse an fair produziertem Spielzeug. Fragen Sie im Laden nach den Produktionsbedingungen.

#3 Achten Sie auf Qualität: Schnäppchen sind oft keine Ladenhüter, sondern extra für den (Aus-)Verkauf produzierter Ramsch, der nicht ohne Grund so billig ist.

#4 Markencheck: Kaufen Sie wenn möglich von Unternehmen, die soziale Standards einhalten. Bei Spielzeug bedeutet dies ein bisschen Aufwand, der ICTI-CARE-Prozess ist jedoch ein erster Schritt zu Transparenz in der chinesischen Spielzeugproduktion. Eine Liste der beteiligten Firmen wird jährlich von der Aktion fair spielt erstellt. Der Nachteil: Bis heute gibt es kein Label für fair produziertes Spielzeug. Labels machen ausschliesslich Aussagen über genutzte Rohstoffe, Schadstofffreiheit und die Einhaltung von Umweltstandards.

#5 Schenken Sie mit Bedacht: Überlegen Sie, welches Spielzeug Kindern lange Freude bereitet und machen Sie ein nachhaltiges Geschenk.

#6 Reden Sie darüber: Machen Sie Familie, Freundinnen und Kollegen auf die Probleme in der Spielzeugproduktion aufmerksam und geben Sie die Petition an ihre FreundInnen weiter. Bewusster Konsum ist ein erster Schritt zur Veränderung.

#7 Solidar-Geschenkkarte: Oder einmal anders – diejenigen beschenken, die es nötiger haben? Legen Sie zum Beispiel die Solidar-Geschenkkarte mit Bastelbogen unter den Christbaum.

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