China

  

Seit September 2010 engagiert sich Solidar Suisse in der südchinesischen Provinz Guangdong für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
 
China ist zwar weltweit das Land mit dem grössten Wirtschaftswachstum, gleichzeitig leben jedoch in absoluten Zahlen am meisten Arme in China:  150 Millionen Menschen oder 12 Prozent der Bevölkerung leben mit weniger als einem Dollar pro Tag. Besonders auf dem Land ist die Armut gross, weshalb viele in den boomenden Städten nach Arbeit suchen. Dort finden sie schlechte Arbeitsbedingungen vor.
 

Miserable Arbeitsbedingungen

Zum Beispiel in der Provinz Guangdong, wo die Arbeitsbedingungen in der Schmucksteinindustrie äusserst prekär sind: Die ArbeiterInnen erhalten keine Schutzmasken gegen den Steinstaub und müssen die Steine mit blossen Händen in kleine Stücke schneiden und färben. Die Folge sind Krankheiten wie Silikose (Staublunge), abgeschnittene Finger, Ertauben aufgrund des Lärms der Maschinen. Die normale Arbeitszeit beträgt 12 Stunden, dazu kommen regelmässig Überstunden. Mehr als 80 Prozent der ArbeiterInnen haben keine Verträge, und die Löhne sind tief. An Silikose erkrankte ArbeiterInnen werden häufig entlassen. Da sie nicht um ihr Recht auf Entschädigung wissen, gehen sie meist zurück an ihren Herkunftsort. Ohne Arbeitsvertrag können sie kaum beweisen, dass sie überhaupt für die Firma gearbeitet haben, und die Spitäler vor Ort verweigern ihnen häufig eine offizielle Diagnose. So ist es für die ArbeiterInnen fast unmöglich, ihre Rechte einzufordern.
 

Kampagne gegen verantwortungslose Unternehmen

Hier setzt unsere Partnerorganisation Labour Action China (LAC) an. Mit der Unterstützung von Solidar organisiert sie die ArbeiterInnen, hilft ihnen, gerichtlich gegen ihre ArbeitgeberInnen vorzugehen, und führt eine internationale Kampagne, um Druck auf die Firmen auszuüben. Mit einer Kampagne gegen die Firma Lucky Gems aufgrund von Gerichtsprozessen wegen Verletzung des Gesetzes für Arbeitsgesundheit hat sie erreicht, dass die Firma Lucky Gems 2010 und 2011 von der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld ausgeschlossen wurde. Lucky Gems beschäftigt in China Tausende von ArbeiterInnen und gehört zu den grössten Exporteurinnen von Halbedelsteinen Asiens. Es ist das erste Mal, dass ein Hongkonger Unternehmen wegen Verletzung der Arbeitsrechte von einer internationalen Messe ausgeschlossen worden ist.